| Die drei Kirchen der
Kirchengemeinde Cismar
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Die ehrwürdige Klosterkirche
St. Marien und St. Johannes ist die Mutterkirche der Kirchengemeinde Cismar. Sie wurde
nach 1238 in mehreren Bauabschnitten im Stil der frühen lübschen Backsteingotik
errichtet. "Zwangsversetzte" Lübecker Benediktinermönche schufen hier die
größte Klosteranlage, die es außerhalb Lübecks in Schleswig-Holstein je gab.
Weltberühmt ist der um 1310 in Lübeck geschaffene Reliquien-Altarschrein.
Nach der Säkularisation wurde im 18. Jahrhundert die Kirche durch Umbaumaßnahmen im
Innern wesentlich verkleinert. Der Amtmann, der nach den Äbten nun im Kloster residierte,
bekam im Langhaus der Kirche eine repräsentative Wohnung. Dazu wurden Geschoßdecken
eingezogen und die Räumlichkeiten im Barockstil umgestaltet. Nur der ehemalige Chorraum
des Gotteshauses blieb als Kirche erhalten.
Nach jahrhundertelangem Verfall und aufwendiger Restaurierung der gesamten
Klosteranlage in den 80er Jahren konnte eine Außenstelle des Schleswig-Holsteinischen
Landesmuseums (geöffnet von April bis Oktober) in der
ehemaligen Amtmanns-Wohnung eingerichtet werden.
Ständige Klosterführungen der Kirchengemeinde machen die Kirche und weitere Teile der Klosteranlage (u.a. Brunnenkeller und ehemaliges Refektorium) der Öffentlichkeit zugänglich.
Die Kirchengemeinde hat heute eine Heimstatt im Kloster, zu der auch ein modern gestalteter Gemeinderaum und Räumlichkeiten für die ev. Kindertagesstätte "Marienkäfer" gehören.
Ein zweites Gemeindezentrum der gegenwärtig über 2000 Gemeindeglieder zählenden Kirchengemeinde ist im Ostseebad Kellenhusen entstanden. Dort wurde als erster Kirchenneubau nach Jahrhunderten im Gebiet der alten Probstei Oldenburg im Jahre 1961 die St. Petri-Kirche errichtet. Sie bildet mit Gemeindehaus und Pastorat ein an Orts- und Waldrand idyllisch gelegenes Zentrum, das auch Feriengäste zum Besuch einlädt.
Im Jahre 1968 wurde als dritte Predigtstätte der Kirchengemeinde die Vicelin-Kapelle in Riepsdorf errichtet. Mit dem Anbau eines Gemeinderaumes an die Kapelle im Jahre 1987 wurden auch dort die Bedingungen für ein lebendiges Gemeindeleben weiter verbessert.
Seit den 80er Jahren verfügt die Kirchengemeinde Cismar erstmalig in ihrer Geschichte auch über eine hauptamtliche Organisten- und eine hauptamtliche Jugendwartstelle. Haupt-, neben- und ehrenamtliche Mitarbeiter tragen wesentlich dazu bei, daß sich in allen drei Gemeindebezirken ein reges Gemeindeleben entwickeln konnte.
Text von:
Pastor Dr. Volker Schönle
Pastorat, Kirchweg 20, Kellenhusen
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